Medienmitteilung Thun, 2. Mai 2010 51. Schweizer Künstlerbörse der ktv von Mittwoch bis Sonntag, 28. April bis 2. Mai 2010, in Thun KleinKunst ganz gross – 2. «Erklärung von Thun» Die 51. Schweizer Künstlerbörse der ktv stand ganz im Zeichen der Innovation und der Improvisation. Auf dem Thun*Expo-Areal, wo vor kurzem noch Munis prämiert und Vieh gehandelt wurde, frönten Tausende von BesucherInnen fünf Tage lang der grossen und vielfältigen KleinKunst. Unbekanntes konnte entdeckt, Erprobtes genossen und Innovatives bewundert werden. Und mit der 2. «Erklärung von Thun» erinnert die KleinKunstSzene die Medien an ihr «Recht auf kompetenten Verriss». Die Vielfalt der Schweizer KleinKunst ist immer wieder überraschend, jedes Jahr tauchen neue KünstlerInnen und Formationen auf. Und jene ArtistInnen, die man schon zu kennen glaubt, verblüffen mit ganz neuen Produktionen. Das Prinzip der Schweizer Künstlerbörse bewährt sich auch dieses Jahr: Die KünstlerInnen zeigen in 20-minütigen Show Cases Ausschnitte aus ihren aktuellen Programmen, und das Publikum, das grossteils aus VeranstalterInnen besteht, stellt neue Jahresprogramme zusammen. Mit Ueli Bichsel als Preisträger des Schweizer KleinKunstPreises zeichnet die ktv eine Persönlichkeit der Schweizer Kulturszene aus, die durch ihre Vielgestaltigkeit unersetzlich geworden ist. Und mit Martin O., dem diesjährigen Preisträger des Schweizer InnovationsPreises der ktv, wird ein Künstler geehrt, der stimmakrobatisch eine völlig neue Welt eröffnet. KünstlerInnen des Gastkantons Graubünden brachten zudem die vierte Landessprache nach Thun und trugen dazu bei, dass die BesucherInnen der 51. Schweizer Künstlerbörse trotz Regenwetter ausserordentlich viel zu lachen hatten. Am Podium über Kulturberichterstattung diskutierten Autor Guy Krneta, ktv-Vorstandsmitglied und Agentin Heike Siegel, Jacqueline Strauss, Direktorin des Museums für Kommunikation, und der ehemalige DRS-2-Kulturchef Peter Burri über die Frage: «Wo sind das kritische Lob und der kompetente Verriss geblieben?» Das Resultat dieser Diskussion im Wortlaut: Erklärung von Thun: Das Recht auf kompetenten Verriss Der Abbau des kritischen Journalismus in der Schweiz hat für die Kulturschaffenden weitreichende Folgen. Weder wird angemessen auf Veranstaltungen hingewiesen noch wird künstlerische Arbeit kritisch begleitet. Zunehmend müssen Veranstalter für Vorankündigungen selber bezahlen. In Besprechungen stossen sie auf vorformulierte Werbesätze. Bei Interviewterminen können auch renommierte Kunstschaffende nicht mehr davon ausgehen, dass sich die interviewende Person mit dem Werk auseinander gesetzt hat. Meist hat es nicht einmal zur Google-Recherche gereicht. Unsere Kunst hat einen besseren Journalismus verdient. Unsere Werke sind es wert, bekannt gemacht, kritisch gelobt und kompetent verrissen zu werden! Bilder-Rückblick gesamte Schweizer Künstlerbörse: www.ktv.ch Weitere Auskünfte: Tabea Steiner, Medien Deutschschweiz / Tessin, Telefon +41 79 616 21 14, tabea.steiner@ktv.ch