EhrenPreis der ktv

Im Jahre 2007 wird erstmals der EhrenPreis der ktv verliehen. Der Vorstand der ktv – Vereinigung KünstlerInnen – Theater – VeranstalterInnen, Schweiz, vergibt ihn für eine besonders bedeutende Karriere, für ein ausserordentlich erfolgreiches Lebenswerk im Bereich der KleinKunstSzene der Schweiz.

 

EhrenPreis 2008 der ktv an Dimitri

 

Es muss für Dimitri das schönste Zitat sein, das man über ihn gesagt hat: «... aber dann hat immer jemand gelacht, einfach laut gelacht, als wäre er allein, nicht wie man über einen Witz lacht, sondern gelacht vor Freude wie ein Kind; das war ich und der Clown heisst Dimitri» (Max Frisch).

 

Zweierlei daran ist prägend für Dimitris Schaffen und seinen Werdegang. Der Knabe Dimitri war als Sohn eines Bildhauers und Malers und einer Stoffplastikerin schon früh umgeben von Künstlerinnen und Künstlern aller Sparten und Richtungen, denn die Freunde seiner Eltern waren Dichter, Tänzer, Anthroposophen, Astrologen. In unmittelbarer Nachbarschaft befand sich ein Theater und eine Tanzschule mit Bühne. Es verwundert nicht, dass für den siebenjährigen Dimitri sein Berufsziel nach einem Besuch im Circus Knie feststand: er wollte Clown werden, oder: ein Kind bleiben. Er schreibt dem Clown nämlich jene Fähigkeiten zu, die den Kindern eigen sind: sie sind rein, aufrichtig und wahr, und tragen ein Stückchen des Paradieses mit sich, jenes Land, das der Clown lebenslang sucht.

 

Beeinflusst haben Dimitris Fantasie aber nicht nur andere Clowns, Märchen oder Künstler wie Charlie Chaplin, sondern auch der Katholizismus, beispielsweise, das faszinierte ihn, wie ihn auch jede Menge anderes fasziniert; er sucht überall, bis er findet, und wenn er gefunden hat, beginnt die Suche von vorn. Wäre die Wahrheit eine Blüte, sagt er, so wäre der Clown ein Kräutersucher, einer, der stets auf der Suche nach dem Glück, der Heiterkeit ist. Dem Publikum erzählt er, was er erlebt hat, oder auch einfach, was er gerne erleben würde. Und hierin liegt die grosse Kunst des Clowns Dimitri: mit viel Fantasie beobachtet er die Welt und deren Bürger, spielt damit und entwirft eine poetische Welt, eine Gegenwelt; als Doppelgänger der Menschheit lässt er sein Publikum in den Spiegel des Harlekin schauen, lässt er es seine eigene Geschichte lesen. Als Clown bleibt er ein Geschichtenerzähler, einer nach dem Prinzip der Commedia dell'Arte, und gleichzeitig einer, dem das Kind der beste aller Lehrer ist.

 

 

EhrenPreis der ktv – der Grosse Preis der KleinKunst Schweiz

 

Der EhrenPreisPreis der ktv – der Grosse Preis der KleinKunst Schweiz, wird seit 2007 von der ktv – Vereinigung KünstlerInnen – Theater – VeranstalterInnen, Schweiz, vergeben. Der Preis soll als Würdigung ein Denkmal setzen für das Lebenswerk einer Künstlerin, eines Künstlers, die oder der durch eine ausserordentliche Karriere, ein bedeutendes Lebenswerk herausragt und wegweisend ist für den Nachwuchs in der KleinKunstSzene.

 

Die ktv zeichnet 2008 Dimitri aus, dessen Werk gezeichnet ist von einer Fantasie, wie sie nur Kindern eigen sein kann; und der von einer so vielfältigen und farbenfrohe Welt berichtet, wie es nur einer kann, der sein Leben lang auf der Suche ist nach neuen Geschichten, die Heiterkeit und Glück bedeuten.

 

Text: Tabea Steiner

 

clowndimitri.ch

teatrodimitri.ch

 

 

Bisherige PreisträgerInnen EhrenPreis der ktv

2007: Mummenschanz (Andres Bossard †, Bernie Schürch, Floriana Frassetto)

2008: Dimitri